Zweites Viertel kostet durchaus mögliche Sensation

Sie haben darauf gehofft und auch während der Partie hart daran gearbeitet. Die BG 74 Veilchen Ladies aber haben ihre Partie gegen den deutschen Vizemeister Rutronik Stars Keltern mit 60:73 (24:39) verloren. Ein totaler Blackout im zweiten Viertel, das mit 2:17 endete, machte die Sensation unmöglich.

Vor 425 Zuschauern erwischte der klare Favorit den besseren Start. Schon nach wenigen Minuten lag das Team von Trainer Christian Hergenröther mit 9:1 in Front. Doch die ohne Verdine Warner in der Starting Five angetretenen Veilchen konterten und stellten mit Ende des ersten Viertels immerhin den Gleichstand her. Es stand 22:22. Dann allerdings leisteten sich die Gastgeberinnen zehn Minuten lang eine vom Trainer sicherlich nicht gewollte Auszeit. Die Würfe fanden den Weg in den Korb nicht, die eigene Defense hatte nicht mehr die richtigen Zuordnungen – Keltern lag zur Pause mit 15 Punkten vorne. Eine Art Vorentscheidung.

Nach dem Seitenwechsel allerdings zeigte die BG, dass sie dieses Spiel nicht kampflos abgeben wollte. Auch wenn der Vorsprung des Favoriten auf weniger als zehn Punkte sank und nach erfolgreichen Drei-Punkt-Würfen von Francis Donders (diese Wurftechnik mit einem Schritt zurück ist im Damenbasketball nicht so verbreitet) und Katarina Flasarova durchaus die Chance bestand, das Match noch zu drehen. Keltern zeigte, was internationale Klasse ausmacht. Insbesondere die Topscorerinnen Amber Orrange und Tatsiana Likhtorovic (beide jeweils 19 Punkte) zeigten den Veilchen die Grenzen auf. Da konnten auch die 16 Punkte von BG-Neuzugang Francis Donders (davon 3 von 6 Dreiern) und Rückkehrerin Katarina Flasarova nichts ändern. Letztere machte 15 Zähler und traf ihre beiden Distanzwürfe von jenseits des Perimeters.

Zu einem möglichen Erfolg hätten allerdings alle Leistungsträgerinnen der BG 74 beitragen müssen. Und hier zeigte sich ein kleiner Unterschied zu den vergangenen Partien. Marissa Janning kam nur auf fünf Punkte und die foulbelastete Verdine Warner konnte mit drei Punkten und vier Rebounds ihr Potential nicht annähernd ausschöpfen. Erneut überzeugend: Alissa Pierce mit zwölf Punkten.

Für BG-Headcoach Giannis Koukos wichtig ist, dass Casey Smith ebenso wie Corinna Dobroniak und Vasiliki Karambatsa in ihrer Spielzeit durchaus wichtige Impulse gaben. Smith stand nicht zuletzt durch die Foulbelastung von Warner mehr als 20 Minuten auf dem Court und „Coco“ verwandelte ihren einzigen Dreierversuch sicher.

Da sowohl das heutige Spiel gegen Keltern als auch das Auswärtsmatch am kommenden Spieltag gegen Meister Wasserburg nicht sehr entscheidend im Kampf um den Klassenerhalt sind, hat die BG somit ausreichend Gelegenheit, sich im Wettkampf auf die neuformierte Mannschaft einzuspielen. Für die Veilchen gilt es dann ab dem 28. Januar, wenn der Herner TC ins FKG kommt. Und dieses Team verlor am Wochenende in Heidelberg, so dass die Veilchen wieder auf einen Abstiegsplatz abrutschten. BG-Geschäftsführer Richard Crowder: „Gegen Herne muss die Halle voll sein.“

BG 74 Veilchen Ladies: Corinna Dobroniak (3 Punkte, 0 Rebounds, 0 Assists, 0 Steals), Francis Donders (16, -, 1, 1), Katarina Flasarova (15, 3, 1, 1), Marissa Janning (5, 5, 1, -), Vasiliki Karambatsa (2, 4, -, -), Jana Lücken (-, 5, -, -), Alissa Pierce (12. 2, 1, 1), Casey Smith (4, 2, -, 2), Verdine Warner (3, 4, 1, 1).