Talentschuppen aus Berlin gastiert im FKG

Nach dem souveränen 79:39-Triumph im Pokalspiel am Donnerstagabend gegen den Barmer TV bleibt für die Veilchen Ladies kaum Zeit zum Verschnaufen. Am Sonntag um 16 Uhr gastiert der Tabellenvierte, TuSLi Berlin, im FKG. Headcoach Hermann Paar und seine Schützlinge wollen als aktueller Siebter mit einem Sieg den Anschluss an die Playoff-Plätze herstellen.

Eine aufregende Woche liegt hinter den Veilchen. Es begann mit der enttäuschenden 40:49-Niederlage beim Wolfpack Wolfenbüttel. Es folgte die einvernehmliche Trennung von Joanna Miller und die Verpflichtung von Monique Smalls. Außerdem gelang es, die vom Herner TC wegen eines Medizin-Studiums nach Göttingen gewechselte Katharina „Kitty“ Müller zu überzeugen, angesichts der Verletzungsmisere kurzfristig für die Veilchen einzuspringen. Und schließlich schloss sich noch Katarina Flasarova den Veilchen an. Sie wechselte kurz vor dem Pokalspiel am Donnerstag vom Erstligisten Girolive Panthers Osnabrück an die Leine. Die 30jährige hatte bereits in der Aufstiegssaison 2011/12 für die Veilchen gespielt und überzeugte auch in dieser Spielzeit mit durchschnittlich zehn Punkten pro Partie bei den Panthers. UG-Geschäftsführer Richard Crowder: „Katarina hat sich in Osnabrück nicht wohl gefühlt. Wir haben einfach Glück gehabt.“

Trotz der Langzeit-Verletzten Britta Daub, Birte Bencker und Lucy Thüring hat Trainer Hermann Paar somit wieder Optionen auf der Bank. Allerdings, so der Coach: „Die Neuzugänge sind natürlich noch nicht in unsere Spielsysteme integriert. Deshalb müssen wir Geduld haben und umso härter im Training arbeiten, um möglichst schnell als geschlossene Einheit aufzutreten.“ Die Trainingswoche sei allerdings äußerst positiv verlaufen: „Die Stimmung im Team ist hervorragend. Deshalb bin ich optimistisch.“ Umso wichtiger sei es aber gerade jetzt, dass die Zuschauer im FKG weiterhin zum Team stehen: „Wir brauchen die Unterstützung der Fans.“ Einen speziellen Dank für die kurzfristigen Verpflichtungen richtet Paar an das Management: „Das habe ich noch nicht erlebt, dass in so kurzer Zeit so viel bewegt werden kann.“

Wie wichtig die Unterstützung durch das Publikum am Sonntag sein wird, beweist ein Blick auf die Tabelle. Da ist TuSLi Berlin als aktueller Vierter mit drei Siegen und einer Niederlage drei Ränge besser platziert als die Veilchen. Das hat seinen Grund: Denn TuSLi ist die Talentschmiede der 2. Liga Nord. Im insgesamt 19 ausschließlich deutsche Spielerinnen umfassenden Kader stehen 13 Akteurinnen, die jünger als 20 sind – die jüngste von ihnen, Meret Kleine-Beek, ist gerade einmal 14 Jahre alt. Außerdem befindet sich mit der 15jährigen Nyara Sabally eine Akteurin im Aufgebot, die gemeinsam mit Britta Daub bei der B-Europameisterschaft im Sommer auf sich aufmerksam machte und auch in ihrer Premieren-Spielzeit in der 2. Liga mit 7,8 Punkten und 9,8 Rebounds pro Partie beeindruckende Werte liefert. Ex-Bundestrainerin Alexandra März kann zudem auf eine Handvoll Routiniers setzen, die auch in den Scoring-Listen weit vorn zu finden sind. Top-Scorerin ist die 22jährige Lena Gohlisch mit 16,5 Punkten im Schnitt, gefolgt von Patricia Broßmann mit 13 Zählern sowie Julia Sandow (10 Punkte).